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Warum Bewegung wichtig ist

Mit Bewegung spielen

Um sich zu entwickeln, brauchen Kinder unterschiedliche Bewegungsmöglichkeiten und Bewegungsräume. Kinder wollen von sich aus Neues erforschen und entdecken. Sie sind ständig aktiv. Im Miteinander- Spielen erweitern sie unaufhörlich ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten. Sie lernen, sich besser zu konzentrieren, Probleme zu lösen, erwerben soziale Kompetenzen und nebenbei verschiedene Sachkenntnisse.

Dabei kommt nicht nur Eltern sondern auch Großeltern eine bedeutende Rolle zu. Denn während Kinder während der ersten Lebensjahre vielfältige Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln durchleben ältere Menschen zumeist die gegenteilige Entwicklung.
Wie es gelingt, gemeinsam die Welt wieder neu zu entdecken und wie wichtig vielfältige Bewegungserfahrungen und Umweltanreize für eine altersgemäße Entwicklung von Kindern sind, darüber sprach Baby Guide mit Mag. Renate Csellich- Ruso, Autorin des Buches: Oma, Opa und ich — Bewegungsspaß für Alt und Jung:

Mächen am SpielplatzInwiefern tragen Bezugspersonen zum Einüben grundlegender Fähigkeiten bei?
Bezugspersonen sind für Babys und Kleinkinder wichtige Vorbilder und Identifikationsfiguren. Aufgabe der Bezugspersonen ist es, für Babys und Kleinkinder einen angemessenen Rahmen zu schaffen, der ihnen Wachsen und Gedeihen ermöglicht. Das ist nur durch Miteinander Reden und Miteinander Handeln möglich. Insofern sind Bezugspersonen als aktiv unterstützende Personen gefragt und mitunter auch gefordert.

Welche Anreize aus der Umgebung sind notwendig, damit das Kind Bewegungserfahrungen sammeln kann und sich altersgemäß entwickelt?
Sie fördern ein Kind in dem Augenblick indem Sie es vorerst einmal in Ruhe beobachten ohne eigene Vorstellungen, Erfahrungen oder Vorwissen ins Spiel einzubringen. Bieten Sie Anregungen für alle Sinne. Achten Sie auf kindliche Signale, auf den kindlichen Rhythmus. Bieten Sie einem gerade greifen lernenden Baby unterschiedliche Materialen dafür an. Lassen Sie es verschiedene musikalische Rhythmen hören. Größeren Kindern sollten Sie mehrfach unterschiedliche Erfahrungen bieten: hüpfen, schaukeln, rennen, leise gehen wie die Katze, dahinhuschen wie eine Maus oder sich anschleichen, Dreirad lenken, Roller fahren, Fahrrad fahren, schwimmen, Eis laufen… Machen Sie all das, genau so lange, wie es Ihrem Kind Spaß bereitet.

Woran erkennt man als „Laie“, ob die grob- und feinmotorische Entwicklung altersgemäß Bub am Spielplatzabläuft?
Das Gehirn Ihres Kindes oder des Ihnen anvertrauten Kindes ist gerade dabei sich zu entwickeln. Gerade während des ersten Lebensjahres lernt ein Baby immens viel. Ein Neugeborenes bewegt sich noch völlig unkontrolliert und unkoordiniert. Doch jede Bewegung erzeugt im Gehirn eine Fülle an Informationen. Vorerst lernt es Kopf und Rumpfmuskel unter Kontrolle zu bringen. Erst später vermag es Arme und Beine zu koordinieren. Die meisten Kinder können mit etwa einem halben Jahr greifen und sitzen und lernen gegen Ende des ersten Lebensjahres laufen. Ungefähr die Hälfte aller Kinder erreicht diese Meilensteine bereits davor. Die andere Hälfte irgendwann danach. Es gilt als völlig normal, wenn ein Kind um einige Wochen oder Monate voraus oder hinterher ist.

Wann und wie können Probleme entstehen, wenn Defizite nicht rechtzeitig erkannt werden und wie äußern sich diese?
Bewegungsauffälligkeiten lassen sich für Fachleute bereits in den ersten Lebensmonaten feststellen. Sie entstehen vor allem dann, wenn scheinbar gesunde Kinder entweder zu viel oder zu wenig Anregungen erfahren. Kinder mit unzureichender Bewegungserfahrung können gehörtes, gesehenes oder wahrgenommenes nur schwer gliedern. Man spricht in diesem Fall von unzureichender Figur-Grund-Differenzierung. Diese Kinder haben zumeist später Probleme in Mathematik besonders bei Rechenaufgaben die das räumliche Vorstellungsvermögen miteinbeziehen. Sprachprobleme, wie beispielsweise fehlerhaftes Bilden einzelner Laute oder undeutliches Sprechen, hat zumeist feinmotorische Probleme als Ursache.

MädchenWelche Bedeutung hat Bewegung für die Sprachentwicklung?
Die körperliche und geistige Entwicklung eines Kindes sind eng miteinander verzahnt. Während sich für Laien ein Kind scheinbar lediglich körperlich entwickelt in dem es beispielsweise greifen lernt, so erwirbt es parallel dazu bereits sprachliche Strukturen. Einerseits hört es sich in die Lautgebung der Muttersprache ein. Andererseits erfasst es vorerst ganz global Bedeutungen. Im Spielen mit der eigenen Stimme verdoppelt es einfach den Laut „ma“. Daraus entsteht „Mama“.

Wie erlernen Kinder Sprache?
Kinder werden bereits im Mutterleib mit Sprache konfrontiert. Ab dem Zeitpunkt der Gehörreife, also in etwa ab der 28. Schwangerschaftswoche kann das Ungeborene Sprache mithören. Kinder spielen und experimentieren vorerst mit der Stimme, mit der Zunge, mit dem Speichel und mit den Fingern im Mund. Dabei üben sie alle nur erdenklichen Laute und Lautkombinationen. Auch solche die in der späteren Muttersprache nicht vorkommen. Allmählich hören sie sich auf die Laute der Muttersprache ein und beginnen nunmehr mit diesen zu experimentieren. Da werden dann schon alle runden Dinge, ob Apfel, Ball oder Autoreifen zum Ball. Gleichzeitig nimmt das Kind vorerst zumeist lediglich die betonten Silben war. Derart wird die Zitrone schon einmal zum „Toni“.

Welche Rolle spielen aktive Großeltern im Leben der Kinder und wie kann diese „besondere“ Großeltern und BubBeziehung gefördert werden?
Ganz grundsätzlich lässt sich feststellen, dass Eltern, im Leben eines Kindes, eine ganz andere Rolle haben als Großeltern. Die Eltern sollen gestalten und Linien strukturieren und vorgeben. Die Großeltern müssen das nicht mehr. Sie können, sollen und dürfen ein Kind verwöhnen. Großeltern und Enkelkinder sollen Spaß miteinander haben. Das kann nur durch Miteinander Reden und Miteinander Handeln geschehen Natürlich lässt sich auch auf diese Weise Omas oder Opas Lieblingsspiel ausprobieren und ein Dialog über frühere Lieblingsspiele kommt dadurch in Gang. Dadurch nehmen Kinder ihre Großeltern ganz anders wahr. Es entsteht ein neues Verständnis füreinander. Übrigens, alle Übungen im Buch „Oma, Opa und ich Bewegungsspaß für Alt und Jung“, folgen der kindlichen Entwicklung und dem Jahreslauf.

BuchtippBuchtipp
Oma, Opa und ich Bewegungsspaß für Alt und Jung
von Renate Csellich- Ruso
ISBN 3-211-29119-9
SpringerWienNewYork
Brochiert, 119 Seiten,
12 Abbildungen

Renate Csellich-Ruso
Renate Csellich-Ruso
Kommunikationspädagogin

 
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