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Wie man Kindern gesunde
Ernährung schmackhaft machen kann
Eine aktuelle Studie des Institutes
für Sozialmedizin der Medizinuniversität Wien zeigt auf:
28% der Buben und 25% der
Mädchen von 6 bis 18 Jahren sind übergewichtig oder
adipös. Neben genetischer Veranlagung und
Ernährungsverhalten spielt auch körperliche
Aktivität bzw. Inaktivität eine große
Rolle.
Im Alltag unserer Kinder herrscht
Bewegungsarmut. Es wird immer weniger zu Fuß gegangen, die
Kinder werden in die Schule gefahren oder nehmen den Schulbus.
Statt Stufensteigen benützen sie den Lift und am Nachmittag
hocken sie stundenlang vor dem Fernseher oder Computer. Durch
Studien konnte belegt werden, dass der Körperumfang eines
Kindes mit den Stunden vor dem Bildschirm steigt. Ist das Kind erst
einmal zu dick, empfindet es körperliche Bewegung anstrengend.
Die Folgen sind Bewegungsabstinenz, Rückzug, Frust und
aufkommende Aggressionen - ein Teufelskreis, der nur schwer zu
durchbrechen ist. Darum sind vor allem Eltern aber auch Lehrer
aufgefordert
körperliche Aktivität zu fördern und durch
Aufklärung über Ernährungsverhalten und Lebensmittel
der Entstehung von Übergewicht vorzubeugen und den Kindern zu
zeigen, wie lustvoll Nahrungsaufnahme sein kann.
Eltern Magazin sprach mit Mag. Nicole
Seiler, www.nicoleseiler.at
Ernährungswissenschafterin über
Essgewohnheiten der Kinder
und gesunde Ernährung
Wie kann man Kindern
gesundes Essen schmackhaft machen und wie reagiert man, wenn Kinder
gesunde Nahrungsmittel größtenteils
verweigern? Das gesundes Essen auch gut schmeckt, kann
man am besten durch aktives Vorleben weitergeben. Wenn
z.B. immer eine
gefüllte Obstschale bereit steht und daraus jeden Tag gegessen
wird, gewöhnen sich die Kinder von klein auf daran und
befinden es als Selbstverständlichkeit. Es ist ganz normal,
dass die Kinder immer wieder Phasen der Verweigerung durchmachen.
Hier sollte nicht ständig hervorgehoben werden, wie gesund
dies oder jenes ist, denn Kinder haben noch keinen wirklichen Bezug
zur Gesundheit, besonders wenn die versprochenen Krankheiten erst
einige Jahre später auftauchen. Die verschiedenen Lebensmittel
sollten mit Ausdauer und Geduld immer wieder in unterschiedlichen
Zusammensetzungen und Zubereitungen angeboten werden.
Erfahrungsgemäß muss ein
Lebensmittel 6-10 mal angeboten werden,
damit es akzeptiert wird.
Was sollte man alles
rund ums Essen beachten, damit die Nahrungsaufnahme zum Erlebnis
wird?
Schon beim Einkauf kann man die Kleinen einbeziehen. Gemeinsam
überlegen, was gegessen werden soll und die Zutaten dann
zusammen einkaufen, das macht Spaß und lässt Vorfreude
auf die gemeinsame Mahlzeit aufkommen. Beim gemeinsamen Kochen
können die Kids kleinere Aufgaben wie umrühren oder
Käse schneiden übernehmen. Regelmäßige
Essenzeiten fördern Harmonie und Ausgeglichenheit des Kindes.
Nichts regt mehr den Appetit an als Mahlzeiten, bei denen die ganze
Familie entspannt zusammen sitzt. Werden aber am Tisch Probleme
diskutiert, ermahnt und kritisiert, so schnürt das auch
Kindern den Magen zu. Gespräche über Schularbeiten,
Manieren und ähnliches können auch später
stattfinden. Beim Einhalten regelmäßiger, gemeinsamer
Mahlzeiten gelingt es sehr gut, positive Verhaltensweisen
vorzuleben. Dies schafft Struktur und Ordnung. Die
Regelmäßigkeit und Gleichmäßigkeit dieses
Ablaufs gibt dem Nachwuchs Sicherheit und Orientierung. Dabei
machen appetitlich angerichtete Speisen, die möglichst bunt
angerichtet sind oder ein schön gedeckter Tisch noch
zusätzlich Lust aufs Essen. Schon ganz kleine Kinder
können mithelfen die Servietten
auszusuchen und zu falten oder das Geschirr zusammenzustellen.
Natürlich motiviert auch ein eigener Teller und Besteck, ein
gemeinsamer Tischspruch als Start des Essens oder lustige Namen
für die Speisen. Auch Abenteuer und Spaß dürfen hin
und wieder dabei sein: Picknick im Kinderzelt oder auf der Decke im
Wohnzimmer, Farbentag (z.B. heute dürfen nur rote Lebensmittel
gegessen werden), gegenseitiges Verkosten, Füttern oder nur
durch Schmecken herausfinden, was sich im Mund befindet.
Wie können
Eltern von vornherein vorbeugen, damit sich falsches Essverhalten
erst gar nicht einstellt? Auch hier ist das Vorleben
entscheidend. Also besser Grundnahrungsmittel kaufen, selbst
zubereiten/kochen als schon von Baby an die Fertigschiene fahren
(von der Milchnahrung über Fertigbreie und Gläschenkost
bis hin zur Milchschnitte und Fruchtzwerg). Solange Kinder nicht in
den Kindergarten gehen, können Sie von
„ungesunden“ Dingen noch recht leicht verschont werden.
Diese Zeit sollte man nützen, sie ist eine gute Basis für
die weiteren Jahre. Bei größeren Kindern können Diskussionen
über das Essen zeitweise sehr nervenaufreibend sein: Speisen,
die das Kind immer gegessen hat, werden plötzlich abgelehnt,
Essen das gerade gekocht wurde, kann jetzt unmöglich verzehrt
werden. Lassen Sie sich keinesfalls auf einen Machtkampf rund ums
Essen ein! Wenn das Kind sagt:“ Das mag ich nicht,“
fragen Sie nur nicht „warum denn nicht“ oder kochen
womöglich etwas anderes. Bringen Sie das Essen auf den Tisch
und lassen Sie es auch mit am Tisch sitzen, aber ohne drängeln
und betteln, es möge doch wenigstens ein bisschen essen. Sie
können sicher sein, dass das Kind isst, wenn es Hunger
hat.
Wieviel und was
sollen Kinder trinken? Kinder haben einen sehr hohen
Flüssigkeitsbedarf, da sie leichter schwitzen als Erwachsene.
Außerdem läuft ihr Stoffwechsel auf höheren Touren
als der Erwachsener. Daher brauchen Kinder täglich 1 bis 2
Liter Flüssigkeit. Untersuchungen haben gezeigt, dass Kinder
viel zu wenig trinken. Durst ist kein sicheres Zeichen für den
Flüssigkeitsbedarf des Körpers, da er oft zu spät
einsetzt. Geeignete Getränke für Kids sind
Kräuterund Früchtetees, verdünnte Obst- und
Gemüsesäfte, Mineralwasser und vor allem Wasser. Sie
sollten etwa die Hälfte des Flüssigkeitsbedarfs decken. Die andere Hälfte
kommt aus wasserhältigen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse
und Suppen. Milch ist kein Durstlöscher, sondern ein
flüssiges Nahrungsmittel.
Wie kann man Kindern
verständlich erklären, warum gewisse Nahrungsmittel
abzulehnen sind? Bei kleineren Kindern sollten die
Erklärungen recht kurz gehalten werden. Es reicht wenn man
z.B. sagt „Das kaufen/nehmen wir nicht - das ist nicht gut
für dich“. Das Kind darf aus zwei ausgesuchten Angeboten
wählen (z.B. Mineralwasser mit oder ohne Bläschen, aber
nicht Eistee oder Mineralwasser) oder man macht ein attraktives
Alternativangebot wie z.B. Eis selbst aus Fruchtsaft machen,
gespritzter Apfelsaft statt Cola und dafür mit einem
Strohhalm. Und - was nicht gekauft wird, ist dann auch nicht zu
Hause und kann nicht gefunden und eingefordert werden.
Wie kann man bei
Kindern Körperbewusstsein wecken? Bei kleinen
Kindern Körperteile suchen, benennen und Funktionen zuordnen.
Vergleiche zu anderen ziehen und Gemeinsamkeiten/Unterschiede besprechen (z.B. den
Unterschied zwischen Schwangeren und Übergewichtigen).
Verschiedene Bewegungsarten zulassen und fördern; Versuche,
sich auf verschiedene Arten zu bewegen (z.B. klettern, springen
etc.) unterstützen. Als Erwachsener nicht ständig am
eigenen Körper herumnörgeln und Unzufriedenheit
signalisieren; das Kind nicht kritisieren, sondern im Bedarfsfall
rechtzeitig aktiv werden.
Warum nimmt Fettsucht
bei Kindern und Jugendlichen immer mehr zu?
Leider hauptsächlich durch das falsche Vorleben der
Erwachsenen mit Fertigessen, Fernsehen, Autofahren statt Bewegung,
Essen aus Langeweile und falsches Verwöhnen mit
Kinderprodukten. Optimal ist auch nicht folgendes
Alltags-Szenarium: Die Mutter ist berufstätig, hat keine Zeit
für ihren Sprössling. Das Kind ist allein, fühlt
sich allein gelassen, setzt sich vor den Computer oder Fernseher
und isst. Was Kinder essen, ist nicht nur wichtig für ihre
Entwicklung, sondern auch für ihre Zukunft. Ob wir als
Erwachsene gesund und leistungsfähig bleiben, gefährliche
Krankheiten bekommen oder ein hohes Alter erreichen, entscheidet
sich bereits in den ersten Lebensjahren. Helfen wir unseren Kindern
gesund zu bleiben.
Allgemeinbefund des
Hochquellenwassers
Die Wässer der I. und II. Wiener Hochquellenleitung stammen
aus einer Vielzahl von Quellen im Rax/Schneeberg beziehungsweise
Hochschwabgebiet. Diese Wasservorkommen haben den unbezahlbaren
Vorteil, in fast menschenleeren, gut geschützten Gebieten zu
liegen. Aus diesem Grund sind die Hochquellenwässer nahezu
frei von den bekannten Verschmutzungen aus Industrie und Gewerbe.
Quelle: www.wienerwasser.at,
Wasserwerke der Stadt Wien
Wie man Kinder
für Gesundes begeistern kann
• Karotte für den Adlerblick
• Marille/Pfirsich für die samtige
Prinzessinnen-Haut
• Milchprodukte für starke Knochen zum Springen und
Laufen
• Nüsse als Gehirnnahrung für den Schlaumeier
• Rote Rüben für frisches Blut
="Vampirnahrung"
• Paprika als Grippekiller
• Linsen/Bohnen für stahlharte Muskeln
• Hirse für Katzenkrallen und Löwenmähne
• Soja/Tofu = Powerfood/Kraftessen
Die häufigsten
Irrtümer
Ketchup:
1 Esslöffel Ketchup enthält 1 Stück
Würfelzucker. Wenn es mehrmals die Woche auf den Tisch kommt,
kennen die Kinder bald nur mehr eine Geschmacksrichtung. Der
Grundgeschmack von Lebensmitteln wird dabei meist
überdeckt.
Eistee:
Basis ist Schwarzer Tee, der aufputschend wirkt. Enthaltene
Oxalsäure greift den Magen an. Künstlich aromatisiert -
fördert Allergien. Enthält entweder viel Zucker (19-25
Stück pro Liter) oder künstliche
Süßstoffe.
Light-Getränke:
Getränke mit künstlichen Süßstoffen sollten
keinesfalls übermäßig konsumiert werden. Dies gilt
insbesondere für Kinder.
Aufgrund des geringeren Körpergewichts können die
akzeptierten täglichen Aufnahmemengen eher ausgeschöpft
bzw. auch überschritten werden. So ist bei einem Kind mit 20
kg Körpergewicht bereits durch etwas mehr als einem Liter
eines Erfrischungsgetränks mit dem zulässigen
Höchstgehalt an Saccharin (80 mg/Liter) die maximal
tägliche Höchstmenge an Saccharin (5 mg/kg
Körpergewicht) annähernd erreicht werden. Bei Acesulfam
(9 mg/kg Körpergewicht) würde bereits etwa ein halber
Liter genügen, bei Cyclamat (7 mg/kg Körpergewicht) rund
ein Drittel Liter.
Kinderjoghurt: Hier werden
zusätzlich oft Traubenzucker, Fruchtzucker, Vitamine und
Calcium zugegeben. Milchprodukte liefern grundsätzlich schon
große Mengen an Calcium, deshalb ist ein künstlicher
Zusatz nicht notwendig. Außerdem ist Kinderjoghurt mehr eine
Süßigkeit als eine gesunde Zwischenmahlzeit, denn man
muss bis zu 7 Stücken Würfelzucker auf 125 g Joghurt
rechnen. Frucht- und Traubenzucker sind genau wie Haushaltszucker
leere Energie und schädlich für die
Zähne.
Milchschnitte: Zwei dünne
Schokoladenkuchenschnitten mit Milchcreme gefüllt. Ist als
Süßigkeit zu betrachten. Auch wenn die Milchschnitte bei
den Milchprodukten im Kühlregal liegt, hat sie doch nicht viel
damit zu tun. Die vielgepriesene Milch ist nämlich nur durch
einen Esslöffel vertreten!
Kakao: Instantkakao besteht
nur zu 20 % aus Kakao, kleinen Mengen Emulgatoren, Aromen und dann
zum allergrößten Teil aus Zucker. Diese Tatsache
können auch zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe nicht
beschönigen.
Vitaminzuckerl: Leisten zwar
einen geringen Beitrag zur Vitaminversorgung, aber einen noch viel
größeren zur Zuckerversorgung! Der Zusatz von Vitaminen
verleitet außerdem dazu, den Kindern mehr als üblich
anzubieten.
Cola: In einer 0,33 l sind 12
Stück Würfelzucker enthalten! Außerdem fungiert die
enthaltene Phosphorsäure als Kalziumräuber und damit zum
Abbau von Knochenmaterial, welches gerade im Kindesalter erst im
Aufbau ist.
Künstliche
Süßstoffe:
Künstliche Süßstoffe finden sich nicht nur in
kalorienreduzierten Getränken sondern auch in einer Vielzahl
anderer Produkte (z.B. Milchprodukten, Desserts oder Saucen). Man
sollte daher versuchen, die Aufnahme künstlicher
Süßstoffe möglichst zu reduzieren. Sinnvoll ist es
auch, bei Kindern bereits frühzeitig dem Hang nach zu viel
Süßem entgegenzuwirken.
Frühstückscerealien:
Meist auf der Basis von Mais oder Weizen hergestellt. Bereits an
zweiter Stelle in der Zutatenliste steht häufig Zucker,
weiters je nach Produkt Zuckersirup, Honig, Malzextrakt und Kakao.
Der Gesamtzuckergehalt schwankt zwischen 8 und 38g pro 100 g - eine
Frühstücksportion von etwa 50 g kann also bereits 19 g
Zucker enthalten, wobei die empfohlene Tageszufuhr für Kinder
bei maximal 50 g Zucker liegt. Der Ballaststoffanteil liegt
zwischen 1 und 4,5 g pro Portion, ein hochwertiges
Frühstück sollte aber idealerweise bereits ein Viertel
des Tagesbedarfs - also rund 8 g - decken. Kinder haben je nach
Alter ganz bestimmte Vorlieben, schätzen aber auch Abwechslung
auf dem Frühstückstisch. Selbstzubereitetes Müsli
aus verschiedenen Getreideflocken, Sonnenblumenkernen und frischen
Früchten, ebenso Obstsalat, Milchreis, verschiedene Brotsorten
- macht auch die hartnäckigsten Frühstücksmuffel
neugierig!
Halten
Kinderlebensmittel was sie versprechen?
Fett: Viele Kinderlebensmittel sind sehr fetthaltig.
13 Gramm Fett etwa im Fertigdessert
tragen nicht zu einer ausgesprochen
kindgerechten Ernährung bei. Da
schneidet der mit Vollmilch selbst
gemachte Pudding
ernährungsphysiologisch viel
besser ab.
Zusatzstoffe:
Mit Farb- und Aromastoffen geizen die
Hersteller ebenfalls selten. Die
Anreicherung mit Vitaminen und
Mineralstoffen erfolgt ohne erkennbares
Prinzip. Oftmals übersteigen sie
das Vielfache der empfohlenen Tageszufuhr für Kinder.
Preise: Die Kinderlebensmittel sind in der Regel
weit teurer als ihre normalen
Varianten.
Aufwändige
Verpackung: Minipacks,
beworben als „kindgerechte Einzelportionen“ sind unnötig und
verführen die Kinder zu einem
Weg-Werf- Verhalten.
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