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Was kann ich tun, damit ein Dammschnitt gar nicht erst nötig
wird?
Manche Hebammen empfehlen einmal in der Woche ein Dampfsitzbad mit
Lindenblüten oder Heublumen. Dazu geben Sie die Blüten in
einen Topf mit kochendem Wasser, stellen den Topf in ein Bidet oder
in die Toilette und setzen sich nach einer Abkühlphase darauf.
Auch Himbeerblättertee soll das Gewebe geschmeidiger machen.
Ab der 34. SSW können Sie einmal täglich für zwei
bis fünf Minuten eine Dammmassage durchführen. Begeben
Sie sich dazu in die Hocke oder legen Sie sich mit angezogenen
Beinen aufs Bett. Reiben Sie dann ein gutes Öl (Jojoba- oder
Johanniskrautöl – manche Apotheken bieten auch spezielle
Dammmassageöle an) ganz fein in das Gewebe zwischen Vagina und
After ein. Nun führen Sie zwei Finger drei bis vier Zentimeter
tief in die Vagina. Versuchen Sie durch Spreizen der Finger das
Gewebe sehr vorsichtig mit Druck nach unten zu dehnen. Das
beständige Massieren während der Geburt durch die Hebamme
schützt auch vor einem Dammriss oder gar einem
Dammschnitt.
Erkundigen Sie sich auch während der Schwangerschaft in den
Kliniken, wie hoch die Dammschnittrate ist. In vielen Fällen
ist dieser vermeidbar!
Stimmt es, dass mein Baby etwas davon abbekommt, wenn ich mir bei
der Geburt ein Schmerzmittel geben lasse?
Ja, alle derzeit üblichen, schulmedizinischen Schmerzmittel
gehen über die Plazenta auf das Kind über. Je nach
Darreichungsform des Medikamentes dauert das nur unterschiedlich
lang. Bekommen Sie eine schmerz erleichternde Infusion oder Spritze
in die Vene, erhält Ihr Kind bereits nach 35 Minuten seinen
Anteil davon, bei Tabletten, Zäpfchen oder Spritzen in das
Muskelgewebe dauert es etwa 30-40 Minuten. Einige Arzneimittel
behindern als Nebenwirkung nach der Geburt die spontane Atmung des
Kindes. Deshalb werden sie nicht zu jedem Zeitpunkt der Geburt
gegeben. Bevor Sie um ein Schmerzmittel bitten, können Sie
selbst eine Menge tun:
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Machen Sie sich bewusst, dass der Geburtsschmerz Sie Ihrem Kind
Schritt für Schritt näher bringt, und wehren Sie sich
nicht dagegen. Versuchen Sie, jede Wehe zu
„begrüßen“. Ihr Organismus unterstützt
Sie dabei mit der Bildung eines körpereigenen Schmerzmittels,
den Endorphinen.
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Wählen Sie, wann immer möglich, aufrechte Positionen, und
bewegen Sie sich möglichst viel.
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Konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem und lassen Sie sich von Ihren
Geburtsbegleitern dabei unterstützen.
Tönen Sie beim Ausatmen Vokale oder stöhnen Sie
laut.
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Wenn es Ihnen danach ist, bitten Sie um eine sanfte Massage oder
darum, einfach gehalten oder berührt zu werden.
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Nehmen Sie ein warmes Bad oder lassen Sie sich eine
Wärmflasche geben. Achten Sie darauf, dass Ihnen nicht kalt
wird und besonders Ihre Füße warm sind.
Ab der 20. SSW sinkt Ihre individuelle Schmerzempfindlichkeit durch
Körper eigene Hormone, die ähnlich wie Beruhigungsmittel
wirken. Vertrauen Sie darauf, dass Sie auch unter Schmerzen die
große Herausforderung der Geburt aus eigenen Kräften gut
meistern werden. Und wenn nicht: Es stehen zur Schmerzlinderung
unterschiedlichste Möglichkeiten von Akupunktur bis zu PDA
(Periduralanästhesie „Rückenspritze“) zur
Verfügung, die keine bis nur geringe Nebenwirkungen auf das
Kind haben.
In zwei Wochen wird mein Baby per Kaiserschnitt entbunden, da ich
aufgrund eines zu engen Beckens nicht "normal" entbinden kann. Kann
ich unmittelbar nach der Geburt mein Baby stillen?
Wie bald nach der Operation Sie Ihr Kind stillen können wird
von der Art der Narkose und Ihrem Zustand abhängen. Wenn Sie
sich für einen "Kreuzstich" entscheiden, erleben Sie die
Geburt Ihres Kindes mit, sind danach auch wach und können,
sobald Sie versorgt sind, das Kind mit Unterstützung anlegen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass der Körper nicht so mit
Entgiftung beschäftigt ist, wie nach einer Vollnarkose und die
Frauen meist schneller wieder fit sind. Wie bald Sie nach einer
Vollnarkose anlegen können, hängt von der Halbwertszeit
des verabreichten Mittels ab, was am besten mit dem
Anästhesisten zu klären ist, und von der
Schläfrigkeit und Benommenheit, die einige Zeit anhalten kann.
Natürlich kommt es auch darauf an, wo Sie Ihr Kind zur Welt
bringen, denn es gibt Unterschiede im "Hausbrauch". Erkundigen Sie
sich also was in Ihrem Krankenhaus üblich ist, melden Sie Ihre
Wünsche an und wiederholen Sie diese direkt vor der OP.
Ich bin in der 39. Schwangerschaftswoche und habe auch schon
Vorwehen. Der Muttermund ist bereits 1 cm offen! Wann kommt mein
Baby? Kann es jederzeit losgehen?
Ja, es kann jederzeit losgehen und letztendlich entscheidet Ihr
Kind und der davon beeinflusste Hormonspiegel über den
Zeitpunkt, wann es zur Welt kommen wird. Da sich der errechnete
Geburtstermin aus einer Formel ergibt, ist er nicht das
individuelle Datum für alle Kinder und die wenigsten kommen
genau am Termin. Vielmehr sollte man von einem Zeitraum sprechen,
in dem das Kind reif zu Welt kommen kann. Dieser erstreckt sich von
3 Wochen vor dem errechneten Termin bis zu 2 Wochen danach. Dass
Ihr Muttermund schon geöffnet ist, heißt, dass auch Ihre
Gebärmutter bereit wird für die Geburt und
Veränderung schon stattgefunden haben. Freuen Sie sich an den
großartigen Fähigkeiten Ihres Körper, der sich
alleine und ohne Ihr aktives Zutun für die Geburt bereit macht
und lassen Sie ihm und Ihrem Kind noch die Tage Zeit, die es
braucht, um ganz reif zu sein für diesen großen wichtigen
Schritt ins Leben.
Warum nimmt die Kaiserschnittrate immer mehr zu und warum ist eine
natürliche Geburt (sofern keine medizinische Indikation
vorliegt) besser für Mutter und Kind?
Der Kaiserschnitt ist planbar und in sehr kurzer Zeit erledigt.
Eine natürliche Geburt braucht Zeit – und Zeit ist Geld.
Mit der Angst vor dem Unplanbaren, die auch noch geschürt
wird, stehen viele Frauen heute ganz alleine da, sie können
nicht mehr in guter Hoffnung ihre Schwangerschaft und Geburt
erleben und als letzte Konsequenz scheint der Kaiserschnitt eine
optimale Lösung zu sein. Frauen, die einen Kaiserschnitt
hatten, haben eine große Operation hinter sich, sie sind ca.
drei Tage lang nicht fähig ihr Kind allein zu stillen und zu
versorgen, sie haben starke Schmerzen nach der Operation, sie
benötigen Schmerzmittel, Infusionen und Antibiotika. Die
Kinder, die keine Wehen erlebt haben, wissen nicht, dass sie
demnächst geboren werden, ihr Anpassungssystem wird erst durch
die Wehen optimal gereift, sie müssen in der Regel genauer
überwacht werden, kommen in den Inkubator, haben unmittelbar
keinen Kontakt zur Mutter, entwickeln ihren Saugreflex später,
tun sich allgemein schwerer als normal geborene Kinder.
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